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Besuch im deutsch-französischen Rheinkraftwerk Iffezheim

Miteinander, nicht gegeneinander, zum Wohl beider Seiten

Am Samstag, 24.09.2016, trafen sich Esperanto-Freunde aus Frankreich und Deutschland, um das Rheinkraftwerk Iffezheim zu besichtigen. Der Ausflug wurde zu einer Lehrstunde zum Thema Atomausstieg.

Die Flusskraftwerke Iffezheim und Rheinau Gambsheim gehören zur Hälfte einem französischen und zur Hälfte einem deutschen Energieunternehmen (EnBW). Ermöglicht wurde dies durch den deutsch-französischen Freundschaftsvertrag von 1963, konkretisiert durch den Vertrag zur gemeinsamen Nutzung des Rheins von 1969. Iffezheim liefert Strom nach Deutschland und Rheinau-Gambsheim nach Frankreich.

Der politische Wille in Deutschland, sich für den Atomausstieg zu entscheiden, reifte durch die Atomkatastrophe im japanischen Fukushima 2011. Schwierigkeiten für die Durchführung dieses weitsichtigen politischen Entschlusses liegen hauptsächlich in der Notwendigkeit, mindesten vier leistungsfähige Fernleitungen zu bauen für den Transport des Stroms von den Windkraftwerken in der Nord- und Ostsee in die dichtbesiedelten und industriestarken Regionen West- und Süddeutschlands. Der Weg zur Einigung über den Verlauf dieser Trassen ist noch lang.

Viele Details lernten die Besucher, um sachkundig in der politischen Auseinandersetzung über die zukunftsfähige Energiepolitik mitdiskutieren zu können.

Große Beachtung, ja Bewunderung, erregte das Funktionieren des „Fischpasses“, auch „Fischtreppe“ genannt. Lachse laichen im Gebirge. Die Jungfische wandern im Fluss bis zum Salzwasser der Nordsee. Dort geschlechtsreif geworden, wandern sie wieder zurück zu ihrem Geburtsort im Gebirge. Dieser Biozyklus wird durch die Stromsperren unterbrochen. Die Lachse starben aus im Rhein. Die Fischtreppe besteht aus einer langen Reihe von Becken, in denen die Lachse und andere Fische beim Aufwärtsschwimmen ausruhen können, um dann mit großer Kraftanstrengung schwimmend durch die nächste Stromschnelle hinauf zu spurten, die die Becken verbindet. Aus einem Raum im Fluss können die Besucher durch ein Glasfenster die Fische beobachten.

Den reiselustigen Fischen im Wasser zuzuschauen und im Fluss unter einer der fünf riesigen Turbinen zu stehen, diese beiden Erlebnisse waren die eindrucksvollsten Momente des Kraftwerksbesuches.

Eine lebhafte Diskussion entstand durch detaillierte Fragen der französischen und der deutschen Teilnehmer. Die beiden Staaten haben eine sehr verschiedene Energiepolitik. Der Ingenieur, der den Vortrag hielt und die Besucher führte, freute sich über so viel ökologisches und politisches Interesse. Und als Nicht-Esperantosprecher war er überrascht, dass Esperanto beim Dolmetschen technische und politische Inhalte treffend wiedergibt.

Ergebnis des Tages – erstens: Grenzstreitigkeiten lassen sich lösen, zweitens: Menschen können friedlich zusammenleben, auch mit ihren Mitgeschöpfen. Wozu sonst hat der Mensch seinen Verstand, wenn nicht um Herausforderungen zu bestehen? Es braucht allerdings guten Willen.

Alois Eder


(Unsere Fotogalerie hat Bilder vom Ausflug)

Veröffentlicht von Frank Huber am 21-10-2016, 20:39
Zuletzt geändert am am 21-10-2016, 22:46
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