Andenken an Alois Eder
Alois Eder (26.11.1940 – 21.8.2026)
Alois Eder war Esperantist. Er war Vorstandsmitglied des Deutschen Esperanto-Bundes und langjähriger Vorsitzender von BAVELO, Er hat wichtige Beiträge zur Esperanto-Wikipedia geleistet (annähernd 500 neu angelegte Seiten) und auch zu Tatoeba, einem Wörterbuch, das eigentlich ein Sätzebuch ist (mehr als 22.000 Sätze auf Esperanto).
All das stimmt, aber für den Alois, den wir kannten, ist das alles nur eine Facette und vielleicht nicht einmal die wichtigste.
Alois Eder wuchs im Pinzgau bei Salzburg auf, in einer katholischen Familie mit zehn Geschwistern, er war der drittälteste. Aufs Gymnasium konnte der begabte Junge nur gehen, weil er einen Platz im Kollegium Borromaeum bekam, dem katholischen Jungeninternat in Salzburg. Er wurde dann später Pfarrer, ein wirklicher Seelsorger. Nach einigen Jahren bemerkte er, dass er seine Liebe und Fürsorge nicht nur auf die Kirche im Allgemeinen richten wollte, sondern auch ganz konkret auf individuelle Menschen, er gründete eine Familie und hatte zwei Kinder (und inzwischen fünf Enkelkinder).
Hier zeigen sich weitere wichtige Facetten.
Für Alois stand im Mittelpunkt immer der Mensch. Ob er einen Vortrag über Esperanto vorbereitete, einen Artikel schrieb oder das Wort des Vorsitzenden für den jährlichen BAVELO-Rundbrief, oder sich einen neuen Lektionstext für einen weiteren Esperanto-Schnupperkurs ausdachte, oder … oder … oder … – Immer dachte er zuerst daran, WER denn die Menschen waren, die das hören, lesen oder erleben würden.
Und gerade darin war er ein großer Meister.
Ein Beispiel dazu aus meinem eigenen Erleben:
Ich hatte mit Esperanto angefangen und nach nur einem Vierteljahr traute ich mich neugierig zum Deutschen Esperanto-Kongress (1983 in Bad Säckingen). Dort fiel ich Alois „in die Hände“. Ich war ein Esperanto-Baby, aber er hatte die Geduld sich mit mir zu unterhalten - natürlich auf Esperanto. Wo nötig half er mit Wörtern aus oder schlug mir die von mir gesuchten Formulierungen auf Esperanto vor. Thematisch wanderte das Gespräch durch ganz verschiedene Interessens- und Erfahrungsgebiete, wir sprachen also wortwörtlich "pri dio kaj la mondo" („über Gott und die Welt“). Nach einer Stunde „warf ich das Handtuch“, und bat das Gespräch auf Deutsch weiterzuführen. Ich war völlig erschöpft, aber glücklich und – stolz. – Mit welcher anderen Sprache hätte ich das nach einem Vierteljahr erleben können?
Doch diese kleine Begebenheit zeigt auch, was für ein empathischer und zugewandter Gesprächspartner Alois immer war.
Seine Hilfbereitschaft und Kunlaboremo, seine Offenheit bei gleichzeitiger Beharrlichkeit und Treue, seine ruhige Art und seine Gabe, auch in schwierigen Situationen den richtigen Ton zu treffen, all das wird uns in Erinnerung bleiben.
BAVELO hat mehr verloren als seinen Vorsitzenden, wir haben einen Freund verloren.
Wir wollen nach Kräften sein Vermächtnis weiterführen.*
Ursula Niesert
(Dankon al Helga Plötner, kiu rajtigis nin pri represo de ŝia portreto de Alois Eder, kiu aperis ĉi-somere en ŝia lasta kajero Esperanto por mi, Nro 11. – Havebla ĉe la Esperanto-libroservoj.)
* Das Vermächtnis von Alois
Ganz konkret geht es um die Herausgabe von zwei schmalen Werken, die Alois Eder in den letzten Jahren verfasst bzw. übersetzt hat, die ihm wichtig waren:
- Vier Jahrzehnte BAVELO
- Smedley Butler: War is a Racket, das letzte von Alois übersetzte Buch
Ein ganz großes Anliegen war ihm das BAVELO-Projekt in Burundi:
Aus dem ursprünglichen (und immer noch als solches funktionierenden) Esperanto-Zentrum ist inzwischen ein gut funktionierender Kindergarten hervorgegangen.
Damit diese Kinder sich nicht jahrelang in staatlichen Schulen unterfordert langweilen müssen, bis die anderen Kinder aufgeholt haben, ist eine Schule direkt neben dem Kindergarten geplant und für die ersten zwei Klassen bereits realisiert.
Deren Aufbau stockt gerade wegen mangelnder Finanzmittel (für dieses Jahr fehlen noch 10.000 Euro, für das nächste Jahr mit dem Errichten weiterer 4 Klassenzimmer müssen 20.000 € aufgebracht werden, bevor dann der reguläre Schulbetrieb sich selbst tragen kann).
Daher die Bitte an alle, die sich eine Spende dafür leisten können, es auch zu tun.
Spende an das BAVELO-Konto (IBAN: DE21 6945 0065 0010 4179 22) ĉe Sparkasse Schwarzwald-Baar, Villingen (BIC: SOLADES1VSS)
mit dem Vermerk „Rumonge – Alois Eder“
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